Gute Büroraumplanung ist immer individuell und unternehmensbezogen

Ergonomie Grafik 12.0 Schema Büroraumplanung

Vorschriften und Pflichten
Die Berücksichtigung der gesetzlichen Mindestvorgaben ist notwendige Voraussetzung für eine sinnvolle Büroeinrichtung. Arbeitsschutzgesetz und Bildschirmarbeitsverordnung verpflichten zur Arbeitsplatzanalyse.


Das richtige Konzept

Die Frage nach dem 'richtigen' Arbeitsplatz- und Raumkonzept ist damit natürlich noch nicht beantwortet. Welches Raumkonzept und welche Layoutform sinnvoll sind, entscheiden die Anforderungen des Einzelfalls.


Mitarbeiterbeteiligung und Akzeptanz
Die Einbeziehung der Mitarbeiter in den Planungsprozess, Information und offene Diskussion über die Lösungsalternativen haben sich in der Praxis bewährt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Einfluss auf die Planung des eigenen Arbeitsplatzes die Akzeptanz beträchtlich erhöhen.

Planung mit System

Ergonomie Grafik 12.1 Systematische Planung

Die Bedarfserhebung: Aufnahme von Notwendigkeiten und Bestandsaufnahme

Arbeitsschutzgesetz und Bildschirmarbeitsverordnung verpflichten zur Arbeitsplatzanalyse. Dazu gehört auch die Untersuchung der Arbeitsabläufe und der Kommunikationsverhältnisse und daraus wiederum lassen sich die Anforderungen an das organisatorisch-funktionale Gesamtkonzept ableiten.

Die Mikroplanung
• Arbeitsplatzdefinition
• Gruppierung der Arbeitplätze

A: Einzelarbeitsplatz
Konzentriertes Arbeiten bei geringem Lärmpegel.

B: Teamarbeitsplatz
Schneller, informeller Informationsaustausch.

C: Zellenbüros
Konzentriertes Arbeiten bei geringem Lärmpegel. 

Die Bedarfserhebung

Ergonomie Grafik 12.2.1 Unternehmensstruktur

Aufnahme von Notwendigkeiten und Bestandsaufnahme
Arbeitsschutzgesetz und Bildschirmarbeitsverordnung verpflichten zur Arbeitsplatzanalyse. Dazu gehört auch die Untersuchung der Arbeitsabläufe und der Kommunikationsverhältnisse und daraus wiederum lassen sich die Anforderungen an das organisatorisch-funktionale Gesamtkonzept ableiten.

Makroplanung

Ergonomie Grafik 12.3 Schema Makroplanung

Die Makroplanung beinhaltet Zonenausweis, Achsmassbestimmung bzw. Raumtiefenbestimmung. Hier entsteht eine erste Zuordnung von Funktionszonen und Personalgruppierungen im Raum.

Mikroplanung

Die Mikroplanung legt fest:
• die Arbeitsplatzdefinition und
• die Gruppierung der Arbeitplätze

A: Einzelarbeitsplatz

Konzentriertes Arbeiten bei geringem Lärmpegel.
B: Teamarbeitsplatz
Schneller, informeller Informationsaustausch.
C: Zellenbüros
Konzentriertes Arbeiten bei geringem Lärmpegel.

Individuelle Bedürfnisse

Auch und gerade die psycho-sozialen Bedürfnisse der Menschen, die an den Arbeitsplätzen arbeiten, und ihre so unterschiedlichen Ausprägungen sind wichtige Punkte, die in die Gestaltung einfließen müssen.
Der Planer sollte deshalb das Unternehmen und die Menschen kennen. Das gilt für jedes Raumkonzept, egal ob wir es mit Einzel- oder Kombibüros, Gruppen- oder Großräumen zu tun haben.

A. Eigenes Territorium
Einer möchte abgeschirmt sein und legt viel Wert auf das Abstecken des eigenen Territoriums.

B. Rückendeckung
Einem ist es wichtig, die Tür ständig im Auge zu haben…

C. Kommunikation
Anderen bedeutet die Möglichkeit zur offenen Kommunikation mehr.

D. Fensterblick
Einer bevorzugt den Blick nach draußen.

Überschneidung ergonomischer Ziele

Ein nach ergonomischen Kriterien optimal eingerichtetes Büro ist das Ziel jeder guten Planung. In der Praxis lassen sich nicht immer alle Faktoren in gleichem Masse umsetzen. Die sinnvolle Gewichtung aller Kriterien von Raum, Möblierung, Licht, Akustik und Klima ist eine der wichtigsten Aufgaben im Planungsprozess.

Vorteile auf dem einen Feld können Nachteile in anderen Bereichen verursachen: Eine Betondeckenkühlung zum Beispiel kann in der Regel nicht gleichzeitig mit einer Akustikdecke realisiert werden, das tatsächlich vorgegebene Raumangebot kann die Befriedigung individueller Territorialbedürfnisse einschränken und ähnliches mehr.

Gleicher Grundriss - unterschiedliche Lösungen

Ergonomie Grafik 12.7.1 Offene Bürostruktur

A. Offene Bürostruktur

Das Layout ist optimiert in Hinsicht auf eine offene Bürostruktur (Open Space) und Gruppenarbeit. 

Insgesamt 47 Schreibtische, 36 davon sind Gruppenplätze jeweils für 4 Mitarbeiter, 5 Doppelarbeitsplätze und 1 Einzelarbeitsplatz mit angehängtem Besprechungsplatz.


DIE VORTEILE 

+ Abbildung flacher Hierarchien

+ Schneller informeller Informationsfluss 

+ Teamorientierung


DIE NACHTEILE

- Höhere Störfaktoren
- Lärm bei konzentrierter Einzelarbeit

Ergonomie Grafik 12.7.2 Einzel-, Doppel- und Gruppenbüros

B. Das Layout zeigt Einzel-, Doppel- und Gruppenbüros

Insgesamt 30 Schreibtische, 8 davon sind Gruppenplätze jeweils für 4 Mitarbeiter, 8 Doppelarbeitsplätze und 6 Einzelarbeitsplätze, 2 davon mit angehängtem Besprechungsplatz, 1 zentraler Besprechungsraum für 10 Personen. Kennzeichnend für diese Planung ist die Unterteilung in 16 abgeschlossene Räume.

DIE VORTEILE
+ konzentrierte Einzelarbeit möglich
+ Individualität
+ Trennung nach Aufgaben- und Arbeitsbereich

DIE NACHTEILE
- Höherer Platzbedarf
- Reduzierte informelle Kommunikation
- Geringe Büroraum-Flexibilität
- Höherer Invest

Ergonomie Grafik 12.7.3 Kombination Offene Zonen und geschlossene Büroräume

C. Unter organisatorischen Aspekten kombiniert aus den Lösungen A und B

Insgesamt 47 Arbeitsplätze, 10 abgeschlossene Räume (7 Einzelbüros - so genannte “Denkerzellen”, 2 Doppelbüros, 1 Besprechungsraum). In der offenen Bürozone: 4 Doppelarbeitsplätze, 4 Vier-Personen-Gruppenarbeitsplätze, 2 Sechs-Personen-Gruppenarbeitsplätze.

DIE VORTEILE
In den abgeschlossenen Büros
+ Konzentrierte Einzelarbeit in Denkerzellen
+ Sinnvolle Trennung nach Aufgaben- und Arbeitsbereich

In den offenen Bürozonen
+ Gruppenarbeitsplätze fördern Kommunikation + Besprechungsraum schränkt Gesprächslärm in der offenen Zone ein
+ hohe Büroraum-Flexibilität, Umgruppierungen leicht möglich